Pressestimmen zu:

Die Spur des Rades? - Weltbild und Sinnsuche im Wandel der Zeit. Darstellung kulturhistorischer geistiger Entwicklungen und möglicher Perspektiven.  

Neue Westfälische 

Nr.218, 19. September 2001

Dr. Jochen Freede, dessen Hobbys Geschichte und Philosophie sind, macht sich Gedanken über die Welt, den Lebenssinn und über die Zukunft. Gedanken, die Menschen seit langer Zeit immer wieder bewegt haben.... 

In der Spur des Rades zeigt Freede einerseits Lebens- und Weltanschauungen verschiedener Kulturen und Religionen auf, andererseits stellt er diesen philosophischen Überlegungen naturwissenschaftliche Erkenntnisse vergleichend gegenüber. Das Thema, welches auf den ersten Blick nach einer hochkomplexen und trockenen theoretischen Abhandlung klingt, ist nach näherer Beschäftigung eine spannende Reise in die Geschichte und zu fremden Kulturen, die Jochen Freede während seiner zahlreichen Reisen nach Asien und Afrika immer fasziniert haben. Es lässt sich nicht vermeiden, dass im Buch Lebens- und Weltanschauungen aufeinandertreffen, die in der Geschichte oft Ursache von Streit und auch Krieg waren und sind. Freede steht Lehren der Religion ebenso kritisch gegenüber wie den Entwicklungen der modernen Gesellschaft, die die Allmacht des Menschen immer wieder in den Mittelpunkt rücken. Der Autor kritisiert Religionen nicht an sich, teilt nicht in Gut und Böse auf, sondern verurteilt lediglich Dogma und Intoleranz. ...Dem Motto Sokrates' folgend Ein Leben, das sich nicht kritisch prüft, ist es nicht wert gelebt zu werden, will er Anregungen geben, sich mit der Welt und unserem Leben stärker auseinander zu setzen, um sich der gemeinsamen Verantwortung bewusst zu werden. Die Wurzel allen Übels, ganz gleich, ob man das zunehmende Gewaltpotenzial oder die Umweltzerstörung betrachtet, liegt nach Ansicht des Autors in der Gier des Menschen, immer mehr haben zu wollen, immer mächtiger werden zu wollen. ... "Wir müssen gegenwärtig mehr Bescheidenheit üben und lernen, die Grenzen des technisch Machbaren und auch die Grenzen unserer eigenen Vernunft wahrzunehmen", regt Freede an. Außerdem räumt er rigoros mit der Spaßgesellschaft auf: "Das Schlaraffenland oder der kollektive Vergnügungspark als Ideal unserer Zeit ist eine Selbsttäuschung." Der 51-jährige fordert mehr Toleranz, Dialogbereitschaft, Besinnung auf Grundwerte und soziales Handeln, "denn uns muss klar sein, dass wir alle im gleichen Boot sitzen." Die Veränderung beginnt nicht erst in der großen Politik, sondern beim einzelnen. "Die Welt verbessern wollen, heißt zunächst, am eigenen Denken, Fühlen und Handeln Veränderungen vorzunehmen", formuliert der Mediziner sein moralisches Anliegen. Es fange schon damit an, in einer Zweierbeziehung auch im Streit die Würde des Anderen immer zu achten.

Westfalen-Blatt 

Nr. 238, 13./14. Oktober 2001

Es waren Reisen nach Afrika und Asien, die den naturwissenschaftlich Ausgebildeten mit anderen Deutungsmustern als unseren herkömmlichen konfrontierten und zum Schreiben dieses Buches motivierten.

Es liefert einen Überblick über die Religionen als kulturelle Wurzel unseres Denkens und Fühlens und skizziert in einem zweiten Schritt den Wandel abendländischen Bewusstseins anhand von Kurzportraits neuzeitlicher Philosophie, Psychoanalyse und naturwissenschaftlicher Modelle. - Diese Bestandsaufnahme steht auch unter der Leitfrage nach dem jeweiligen Begriff von dem, was Zeit ist. Denn wie der Titel Die Spur des Rades andeutet, geht es dem Autor darum, zyklische Zeitvorstellungen, in dem das Gestern zum Heute wird, die an den natürlichen Kreisläufen von Aussaat, Wachsen, Ernte, von Geburt und Tod orientiert und über Jahrtausende bestimmend waren, auf ihre Tauglichkeit für zeitgenössisches Denken zu überprüfen. Dabei weist er immer wieder auf die große Aktualität fernöstlichen Philosophierens - insbesondere des buddhistischen - hin. - Im Gegensatz zur weitverbreiteten Tabuisierung von Sterben und Tod stellt sich der philosophierende Arzt der Endlichkeit individueller Existenz. Er zeigt aus naturwissenschaftlicher Sicht auf, in welcher Weise es ein Leben vor der Geburt, ein Leben nach dem Tode gibt: Denn Energie verschwindet ebenso wenig wie Materie, sie wandeln sich nur. Mit dem Tod erlischt das Individuum, was lebte, "lebt" aber als Teil des Universums weiter. - Ganz in der von Kant begründeten Tradition der Aufklärung stehend plädiert Freede für den kritischen und selbstbewussten Vernunftgebrauch. Deshalb lässt er sich auch nicht auf ein Weltbild der zwei Wahrheiten ein, sondern nennt es unverblümt einen "faulen Kompromiss", sowohl einem der vielen religiösen Schöpfungs-"Mythen" als auch der Evolutionstheorie, sowohl dem sich ständig selbst überprüfenden wissenschaftlichen Weltbild als auch der "absoluten Wahrheit christlicher Offenbarung" zu vertrauen. - Wider alle Autoritäten sich seines Verstandes zu bedienen ist ein Akt der Befreiung und eine Gegenbewegung zu dem grassierenden "ungebremsten Egoismus" einer "kollektiven Vergnügungspark-Ideologie" als Ausdruck nackter unersättlicher Gier. "Die Erinnerung an eine schon fast vergessene Tugend scheint nötig: Bescheidenheit", schreibt er. - Die Spur des Rades kann in einem gewissen Sinne auch als Kompendium der Philosophiegeschichte - insofern sie sich den Sinnfragen unserer Existenz stellt - gelesen werden. Denn mit Zeittafeln und einem sehr geschickt angelegten Register lädt das Buch auch zu einem vollkommen unsystematischen Schmökern ein. 

Der Allgemeinarzt

 24. Jahrgang - Heft 6

10. April 2002

Dem praktizierenden Allgemeinarzt Dr. med. Jochen Freede gelang ein geisteswissenschaftlicher Rundumschlag, der eine immense kulturhistorische Informationsdichte vermittelt. Der Autor skizziert sehr detailgetreu alle Religionen, Mythen und Wertesysteme, die das abendländische Selbstverständnis beeinflusst haben. Die weitgehend objektive Haltung lässt viel Raum, um eigene Vorstellungen zu überprüfen. Allein der Literaturanhang umfasst ca. 300 Quellenvermerke. Zunächst werden die Weltanschauungen der Germanen, der antiken Hochkulturen und der Weltreligionen skizziert. Die anschließende philosophische und wissenschaftliche Auseinandersetzung v.a. mit den christlichen Lehren liest sich wie ein Who-is-who der Weltbühne: Von Sokrates bis Galileo Galilei, Descartes und Marx bis zu Hawking wird geschildert, wie jene das Weltbild ihrer Zeit prägten. Essenzielle Zitate und Zeittafeln sorgen für Prägnanz und Übersichtlichkeit. Vor der abschließenden ausführlichen Diskussion erörtern separate Passagen u.a. das naturwissenschaftliche Entstehungsmodell des Universums oder auch die zentrale Lebensfrage "Was passiert, wenn man stirbt". Ein über 40seitiges Register erlaubt zu Themen oder Schlagwörtern gezielt nachzuforschen. Mit diesem großen Hinterfragen von Wertesystemen kann sich jeder den großen Vordenkern der Menschheit und ihren Konzepten über das Sein intensiv nähern.

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